Projekt 2026

Das Denk- und Schreibprojekt »2026« ist der Versuch einer Annäherung an die nahe Zukunft. Wir haben kluge Menschen gebeten, sich zu einem Thema ihrer Wahl Gedanken zu machen, wo wir in zehn Jahren gesellschaftlich stehen werden. Wer die Gesellschaft verändern will und Alternativen zum sich wandelnden Kapitalismus entwickeln möchte, muss Ideen haben und Vorschläge unterbreiten. Vieles von dem, was dazu aufgeschrieben worden ist und noch aufgeschrieben wird, kommt einem Wagnis gleich, weil die Ergebnisse des technischen Fortschritts und die Dynamik gesellschaftlicher Transformation nicht vorhersagbar sind. Wir Autor*innen laden ein, mit uns zu diskutieren oder sich mit einem Beitrag zu beteiligen. Was uns eint: Wir haben mehr Fragen als Antworten und sind daran interessiert, über die Zukunft zu diskutieren.

Die Autorinnen und Autoren

Die Beiträge

Daten kennen keine Grenzen

Lange haben Politikerinnen und Politiker die gesellschaftlichen Veränderungen durch das Internet ignoriert. Weltweit. Zwar wurde mal an einer Stelle ein wenig geändert und an anderer Stelle etwas neu reguliert, die Kernfrage aber blieb unbeantwortet. Es war bis ins Jahr 2026 eine Selbstverständlichkeit, dass der Nationalstaat durch seine Parlamente gesetzliche Regelungen schafft. lesen

Digitalisierung und Automobilindustrie – Eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Disruption von enormen Ausmaßen

Die Automobilindustrie in Deutschland gilt als eine Schlüsselindustrie. Ihr kommt eine gesamtwirtschaftliche Bedeutung zu wie in kaum einem anderen Land und sie ist, bezogen auf die verarbeitende Industrie, Nr. 1 bei Wertschöpfung, Beschäftigung, Investitionen, Außenhandel sowie Forschung und Innovation lesen

Gib mir Musik… Zukunftsmusik!

Im Februar 2015 beteiligte sich Will Butler an einem Projekt der britischen Tageszeitung „The Guardian“. Der Musiker sollte an jedem Tag einer Woche einen Song zu einem Beitrag aus der jeweils aktuellen Ausgabe schreiben. Das Aufbäumen der jungen griechischen Linksregierung, ihr Kampf gegen die Schuldenkrise hatten es ihm an einem der Tage angetan. Er schrieb den berührenden Song „Clean Monday“. Bis zum Februar 2016 wurde dieser Titel bei „youtube“ etwas mehr als 6.100 Mal angesehen. lesen

Die Linke und ihre Angst vor dem Kontrollverlust

Es gibt viele denkbare Szenarien, will man die Frage beantworten, wo die Linke 2026 steht, welche Rolle sie spielen und ob sie mehr Bewegung oder nur noch Partei sein wird. Gegenwärtig schlagen sich die Gutmeinenden, die weniger Gutmeinenden, die Hämischen und die Liebesblinden gern gegenseitig die Köpfe ein, indem sie bei verschiedensten Themen behaupten, die seien geeignet, über das Wohl und Wehe, über die Existenz oder Nichtexistenz der Linken zu entscheiden. lesen

Wissenserweiterung oder Instant-Medien? Film und Fernsehen im Jahre 2026

die (potenziell) gute Nachricht: Auch im Jahre 2026 wird es Film und Fernsehen geben. Wie beide Medienformen dann aussehen werden, steht buchstäblich in den Sternen. Da Prognosen ja immer etwas Lächerliches an sich haben, selbst wenn sie ernst gemeint sind, ist gerade auf dem sich technologisch (weniger inhaltlich-ästhetisch) rasant weiterentwickelnden Feld der audiovisuellen Medien Vorsicht geboten, wenn es um Spekulationen geht. lesen

Der beschwerliche Weg zu Super Maria – Das Frauenbild in Videospielen

Wir schreiben das Jahr 2026: Zum ersten Mal macht sich die neue Videospieleheldin Super Maria auf den Weg, um den entführten Prinzen aus den Fängen des Oberbösewichts zu befreien. Unterwegs meistert sie jede Gefahr mit Bravour, überwindet Fallen und Hindernisse ohne Mühe und eignet sich nach und nach Fähigkeiten an, die sie dazu ermächtigen, den Endgegner zu besiegen und den Prinzen von seinem Leid aus erlösen. Super Maria ist die Heldin einer neuen Generation von Videospielerinnen und Videospielern. lesen

Rassismus – ein tief verwurzelter Machtmechanismus

Die intensive Auseinandersetzung mit einem der schrecklichsten Kapitel deutscher Geschichte oder mit Filmen wie ‚Die Welle’ von Dennis Gansel sollen junge Menschen sensibilisieren, damit sich die in den Jahren 1939 bis 1945 begangenen Gräueltaten nicht wiederholen. Kein Mensch in Deutschland sollte jemals wieder aufgrund seiner Herkunft und/oder Religionszugehörigkeit verfolgt oder ermordet werden. lesen

Nicht über Sachen ist zu reden, stattdessen mit den Menschen

Der Blick von ganz oben auf eine große Stadt im Jahr 2026: Raumgreifende von humanoiden Robotern verantwortlich organisierte Auslieferungslager liegen rundum verteilt an der Peripherie. Autonom und lautlos fahrende Elektroautos transportieren bestellte Güter, unterstützt von zahllosen Drohnen. Das Angebot lautet: Bleib zuhause in deiner gated community, dort ist es sauber, sicher, die Güter kommen zu dir. lesen

Erst die Kohle, dann die Werte?

Kulturpolitik ist das Letzte, was die europäische Politik bewegt. Einerseits streuen Festivals keinen Glitzer des Vergessens über eine nicht enden wollende Eurokrise. Andererseits verstören Filmpreise im besten Falle irgendjemanden, der daraus eine flüchtige mediale Botschaft zu produzieren weiß. Im besten aller Fälle legen Kulturproduktionen den Finger in die Wunden eines geschichtsvergessenen Europas - tiefgründig und unterhaltend. lesen