Gib mir Musik… Zukunftsmusik!


Über den Autor Daniel Bartsch

Daniel Bartsch, * 1971 – kann ohne Musik nicht leben, auch, wenn diese sich bei ihm, ganz Old-School-Gothic, hauptsächlich ums Sterben dreht. Eine Zeit lang floss seine Freude über „gute Noten“ auch in Musikrezensionen von Online-Musikmagazinen. Und weil das Ende vielleicht

 


doch nicht so nah ist, schien es lohnenswert, bei der schönsten hörbaren Nebensache der Welt auch mal in die Zukunft zu schauen.

Daniel Bartsch ist stellvertretender Pressesprecher der Partei DIE LINKE.

Im Februar 2015 beteiligte sich Will Butler an einem Projekt der britischen Tageszeitung „The Guardian“. Der Musiker sollte an jedem Tag einer Woche einen Song zu einem Beitrag aus der jeweils aktuellen Ausgabe schreiben. Das Aufbäumen der jungen griechischen Linksregierung, ihr Kampf gegen die Schuldenkrise hatten es ihm an einem der Tage angetan. Er schrieb den berührenden Song „Clean Monday“. Bis zum Februar 2016 wurde dieser Titel bei „youtube“ etwas mehr als 6.100 Mal angesehen.

Nun, Will Butler ist nicht Irgendwer, er und sein Bruder Win sind die Köpfe der kanadischen Indie-Rockband „Arcade Fire“. Mit ihren Songs über Vorstädte und die Unzulänglichkeiten moderner Zeiten füllen sie die größten Stadien der Welt, David Bowie war Fan und Förderer, sie zählen U2 zu ihren Anhängern. Ihr Titel „The Suburbs“ wurde auf der erwähnte Videoplattform bisher rund 15.000.000 Mal angesehen.

Zig Millionen Klicks bei einem schönen Lied über das Leben im Vorort gegen ein paar Tausend bei einem Song, der sehr konkret politisch Stellung bezieht. Was sagt das aus über Musik, über ihre Möglichkeiten? Was sagt das aus über den Einfluss von Musikern auf ihr Publikum? Was über Marketing und den Puls der Zeit? Was sagt es aus über neue Wege und Schritte auf diesen Wegen in die Zukunft? Ganz ehrlich? Gar nichts. Eine Menge.

Ein Blick zurück, ein Blick ins Heute

Musik ist im allerbesten Fall in Noten gepacktes Gefühl, ist Seele. Insofern schwebt sie ein wenig über den profanen Dingen, wie etwa Erklärbarkeit und Rationalität, technischen Möglichkeiten, Vertriebswegen, Werbung… Wir werden also auch im Jahr 2026 noch Mozart hören, Édith Piaf und David Bowie. Oder Lieder anstimmen, die schon die Proteste gegen den Vietnam-Krieg in den 1960er Jahren begleiteten, wenn es in zehn Jahren noch immer unfriedlich ist auf der Welt. Was musikalisch von Wert ist, bleibt – unabhängig davon, ob die Musik von CD, aus einer Wolke oder einem implantierten Chip im Gehörgang kommt. Und das Schöne dabei: WIR, jede und jeder Einzelne von uns wird nach wie vor selbst entscheiden, was von Wert für ihn oder sie ist.

Und doch sind die veränderten technischen Möglichkeiten und Musik nicht zu trennen, da braucht das Geistige, Fühlbare – da braucht die Seele einen Körper. Im Guten, wie im Bösen. Segen und Fluch werden auch in der nächsten Dekade nicht zu trennen sein. Dazu später – zunächst ein Blick zurück, ein Blick ins heute; vielleicht lässt sich etwas gebrauchen für den Blick nach vorn.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das „Machen“ von Musik weitestgehend Profis überlassen, die entsprechend ausgebildet waren und die ihre Kunst an den Höfen der Könige und Fürsten, in den Villen von Magnaten aller Art und eher selten zur Freude des gemeinen Volkes darboten. Eine kleine Musikerelite spielte für eine kleine gesellschaftliche Elite. Es war ein wenig wie auf dem Transfermarkt für Fußballer: man kaufte sich gegenseitig die musikalischen Genies ab, gab mit ihnen an und diese lieferten dann entsprechend Auftragskunst.

Dem Pöbel blieben Gassenhauer, Volks- und Kinderlieder oder Schmähgesänge – und natürlich die sakralen Gesänge in den Kirchen und der Marschgesang beim wechselseitigen Morden. Dass heute von allem etwas überliefert ist, bedeutet nicht, dass die musikalische Welt im Gleichgewicht war. Mehr Seele war aber vermutlich beim Pöbel in der Gasse und auf den Festen.

Die Französische Revolution hier nicht zu erwähnen wäre ein unverzeihlicher Patzer. Wie für so viele gesellschaftliche Bereiche, war sie auch für Kultur und Musik eine Art Initialzündung. Die Umsetzung der Idee von Freiheit und Gleichheit nahm auch der Musik ihre Fesseln. Öffentliche Musikschulen, Orchester und Chöre gerade für das Volk wurden gegründet. Alles toll und schön – aber an der prinzipiellen Einteilung von Musik der Hochkultur für wenige und Geräuschen für den großen Rest änderte das nicht grundlegend etwas. Immerhin – ein Hauch von Demokratie wehte. Und auch wenn man sie nicht sofort zu Zwillingen erklärt, Musikentwicklung und Demokratisierung sind nicht voneinander zu trennen.

Der technische Fortschritt des 20. Jahrhunderts gepaart mit den „Errungenschaften“ der modernen Industriegesellschaft ließen das Kulturgut Musik einen gewaltigen Sprung nach vorn machen: Es waren viel mehr Menschen da, die nach getaner Arbeit Vergnügen bei Musik und Tanz suchten und neue Techniken erschlossen wiederum neue Hörerkreise. Fast alle Menschen zu erreichen war technisch möglich – und wurde umgesetzt.

Mit Musik lassen sich Affen dressieren – und so folgten Hunderttausende neuen Ideologien, zu Parolen unter Fahnen, begleitet von Musik. Gemeinsam Gesungenes schafft Gemeinschaft – auf dem Weg in eine neue Zeit, auf dem Weg ins Verderben. Das machten alle Ideologien gleich schlecht – also, auf perfide Weise gut. Sowohl die, die schon in den Texten zur Musik ankündigten, dass ihnen morgen die ganze Welt gehöre und sie weiter marschieren, auch wenn alles in Scherben fällt, wie auch diejenigen, die die einzige Wahrheit gepachtet hatten, der Partei in Liedform immer Recht gaben und das kollektive Glück auf Erden besangen.

Der Trick bei den einen, wie den anderen und allen Heilsbringern dazwischen war, dass es immer erst so aussah, als ginge es um unsere Unterhaltung…aber kaum im Kino mussten man die Filme bis zum, in der Regel blutigen, Showdown ansehen. Eindeutig keine Ausnahme bilden da im Übrigen die aufpeitschenden, extrem modernen Songs in IS-Werbevideos oder allerlei Werbevideos für die Armeen dieser Welt. Musik als Lockmittel für die Verwirklichung von Allmachtphantasien.

Musik braucht Freiheit

Also und zurück: Neue Ordnungen ordneten auch die Kultur und mit ihr die Musik. Gefühle aber lassen sich nicht verordnen: Liebe, Wut, Trauer, Rebellion lassen sich schwer kanalisieren. Musik braucht Freiheit – und die will erobert sein. Jazz und Swing, Freibeuter gegen die (Ver)ordnung, erste ernsthafte Subkulturen mit dem Drang zum Höheren. Nicht nur Unterhaltung, sondern viel, viel mehr, sind Lebensgefühl, Rebellion, politisch aufgeladen.

Und es etabliert sich ein Muster, das bis in Gegenwart und wohl auch Zukunft existent ist: Subkulturen erobern sich erste kleine Räume, breiten sich aus, werden Massengeschmack, dominieren eine Zeit lang den Zeitgeist und werden - kaum, dass sie Mainstream sind - von neuen aufstrebenden Untergrundbewegungen weggewischt. Dazwischen wetteifern Gut und Böse um die Lösung der Frage nach Huhn und Ei. Die Musik-Industrie kauft und verkauft, macht den Niemand zum Star und schickt ihn nach Verwertung ins Niemandsland zurück. Damit die Maschine läuft braucht es aber immer neue Künstler, manche Sterne leuchten hell und lange, andere verglühen fast sofort in der rauen Atmosphäre. Wieder andere zerbrechen an dem, was die Industrie aus ihnen gemacht hat, was sie unter dem Druck – letztlich – selbst aus sich gemacht haben. Der „Club 27“ findet immer neue Mitglieder.

Rock’n’Roll, Flower-Power, Glam-Rock, Punk, Post Punk, 80er, Techno, Grunge – allesamt mit der Kraft des Ursprünglichen gestartet, als Bettvorleger der Massenkompatibilität gelandet. Parallel dazu die Technik: Schallplatte, Tonband, Kassette, CD, MP3… Ganz Kapitalismus-like erstickt der Konsument im (Über)Angebot der – mittlerweile – gigantischen Musikindustrie. Was gut zu finden ist, wird der Masse weitgehend diktiert. Die Folge über Jahrzehnte: „Penetranz statt Varianz“ – wie es David Foster Wallace in einem anderen Zusammenhang nannte.

Aber immerhin, es ist bei Weitem ja nicht alles schlecht, denn im Konsumverhalten wächst mit dem Angebot auch die Chance auf Emanzipation. Hier verstanden als Prozess der Abkoppelung des Einzelnen vom großen Ganzen, meinetwegen auch der Selbstbefreiung aus musikalischer Unmündigkeit, der musikalischen Norm von Schlager, Schnulze, heiler Welt.

Man hat zunehmend die Aus-Wahl, auch, wenn selbst diese noch ausgeschlachtet wird – natürlich eigentlich, denn die Verwertungskette ist es zu Ende, wenn sie am Arsch ist. Ende der 50er/Anfang der 60er werden so flächendeckend „Hitparaden“ eingeführt, Musik-Ranglisten, die sich am Verkauf orientieren, der in der Regel als Zustimmung zum Produkt gilt. Demokratie light, wie im echten Leben. Begrenztes Angebot an Parteien oder Musik, Wahlen im Rhythmus von vier Jahren oder einer Woche.

Aber und trotzdem: Auf Konsumentenseite herrscht beinahe Demokratie, bzw. ein Demokratie-Äquivalent. Dieses sorgt dafür, dass, z.B. in die heile Welt der ZDF-Hitparade mit „dem Dieter, dem Thomas, dem Heck“, diesem Ausbund aus Gute-Laune-Kitsch und seichter LaLa-Musik in den 80er Jahren plötzlich die „Neue Deutsche Welle“ bricht. Kreativ, bunt, zuweilen wütend und kritisch wird in der musikalischen Komfortzone des Bildungsbürgertums aufgeräumt, sehr zum Verdruss der Menschen in Ohrensesseln an Couchtischen mit Käseigeln. Aber es ist gut! So gut so!  

Die Karten werden neu gemischt

Und dann kommen die 90er Jahre und mit ihnen erst der Computer, flächendeckend in Heimnutzung, und dann das Internet. Die Karten werden neu gemischt, es gibt Sieger, es gibt Verlierer. Und ja – die Industrie gehört mit einem Mal zu den Verlierern.

Das digitale Zeitalter macht Vieles möglich. Das beinahe Wichtigste jedoch ist, dass der Konsument ein Werkzeug an die Hand bekommt, dass ihn selbst zum Produzenten macht. Nie zuvor war es einfacher, Musik selbst zu machen – es brauchte nicht einmal mehr Garagen oder mühsam erspartes, geborgtes Equipment wie zu Zeiten des 3-Akkorde-Punk.

Millionen tanzen auf der „Loveparade“ in Berlins Straßen zu Klängen, die mit Tastatur und Maus im Jugendzimmer entstanden. Vielleicht ist das wirklich eine Revolution. Die zweite Hälfte gelingt dann mit dem Internet. Nun ist es ebenso einfach, seine Musik an die Hörerin, den Hörer, zu bringen. Künstler und Konsumenten emanzipieren sich weiter von den Vorgaben der Industrie, machen ihre Deals jetzt untereinander selbst. Musikalische Volksabstimmungen finden im Internet statt – Graswurzelrevolution, Bewegung, Kampf dem Kapital. Eigentlich alles drin, für sozialromantisches Schwärmen. So einfach jedoch ist es auch wieder nicht.

Die Musikindustrie hatte den Trend verpennt – statt innovativ aufzuholen, versuchte sie am Beginn des neuen Jahrtausends ihre Macht zu restaurieren, mit Hilfe von Gesetzen und Verboten. Dazu kam, dass mit „illegalen“ Downloads der Musik etablierter Künstler die Gewinne der Industrie schrumpften (cool!) aber auch die Einnahmen der Künstler wegbrachen (nicht so cool, wenn man davon leben muss!). Gegenwärtig sortiert sich einiges neu, auf allen Seiten werden Chancen und Möglichkeiten ausgelotet.

Musik gehört zum bedingungslosen Grundeinkommen

An dieser Stelle stehen wir nun, das Internet als Zentrum des Ganzen. Hier spielt – im wahrsten Sinn – die Musik. Und wird es weiter tun. Um Wünsche, Fantasien oder Utopien für 2026 zu äußern, war der Blick zurück zwingend – einfach, um zu verstehen, welchen Weg wir gegangen sind, wie weit wir es gebracht haben. Musik hat keine Revolutionen ausgelöst, aus keinem Proberaum kam der gesellschaftliche Umsturz. Aber Musik hat Revolutionen begleitet, Hymnen zu Umstürzen geliefert – hat Herzen gewärmt, Glut entfacht – zwischenmenschlich, gesellschaftlich.

Viel bedeutender aber ist, mit dem Blick in die Zukunft, dass Musik quasi zum bedingungslosen Grundeinkommen geworden ist. Sanktionsfrei, wenn man nicht gerade in einem Fahrstuhl steckenbleibt, in dem Justin Bieber aus den Boxen… äh…, nun ja… singt.  

Musik begleitete die Emanzipation, die Loslösung, von Konventionen und Zwängen auf vielen Ebenen – ist letztlich selbst Emanzipation. Musik durchlief, viel schneller als die Welt, einen Prozess der Demokratisierung – ist letztlich reiner Ausdruck von Demokratie. Musik ist gesamt-gesellschaftliche Übereinkunft (siehe Helene Fischer) oder reinster Ausdruck von Individualität.

Und weil das so ist, weil wir so weit gekommen sind, gibt es einen kleinen Vorsprung für uns als gewöhnliche Hörerinnen und Hörer; der Konsument bestimmt den Trend. Deshalb ist es an uns, Vielfalt zu ermöglichen, zu bewahren und zu gestalten.

Wenn alles gut geht, ist 2026 das Internet DIE Datenautobahn als Umgehungsstraße, die großzügig um Musik-Industrie, Verwertung und Vermarktung herumführt. Jede und jeder soll die Chance haben, sich auf der großen Bühne zu probieren, wenn er mag – und jede und jeder machen den Star, wenn es ihm oder ihr gefällt, egal, wann es uns gefällt.

Allein der individuelle Geschmack, die eigene Laune, das selbsterlebte Ereignis, das es musikalisch zu untermalen gilt, wird Grundlage für Erfolg von Musik. Nicht die Größe des Budgets entscheidet, nicht die Größe der Werbetafeln, nicht die gekauften Minuten Airplay.

Niemand wird etwas dagegen haben, dass ein Wirtschaftszweig sich um eine vernünftige Infrastruktur für Künstler kümmert – aber reinreden in künstlerische Prozesse, Bedarfe nach niedlichen Boy-Bands kreieren und am Ende Drogenwracks ausspucken, das große Geld mit emotionslosem Plastic-Pop machen – NIE WIEDER! Wenn es den Bedarf danach wirklich gibt und ihn jemand freiwillig befriedigt, dann passt das zusammen. Aber Bevormundung, Entmündigung – NIE WIEDER!

Wer sich jetzt auf einer rosa Sound-Cloud sieht, muss sich - von links gesehen – eines aber klar machen: Das bedeutet auch Verantwortung. Es ist sicher schön für das linksdrehende Bewusstsein im Jahr 2026 (hoffentlich und spätestens) die reine Verwertungslogik der Musikindustrie überwunden zu haben, die zu oft auf „Tits ´n´ Ass“ setzt, als auf Seele. Schön, wenn Subkultur und Mainstream chancengleich, gleichberechtigt und gleichwertig sind. Schön, wenn feiste Plattenbosse ihre Besetzungscouch zum Sperrmüll tragen. Schön, wenn Konzertkarten dann wieder reelle Preise haben, weil kein Rattenschwanz an Mitessern mitverdienen will. Schön, schön, schön…

Worin unsere Verantwortung liegt

Aber: Auf der anderen Seite müssen wir auch die negativen Seiten der Internet-Umsonstkultur überwinden. Wenn heute selbst von Major-Firmen unabhängige Streamingdienste Musikerinnen, Musikern und Bands nur Cent-Beträge zahlen für gestreamte Songs, wird das in Zukunft nicht aufgehen. Ja, in der Demokratie die wir wollen, ist es mit dem „Kreuzchen machen“ nicht getan. Es braucht Verantwortung, Engagement und die Bereitschaft, selbst etwas zu leisten. In diesem Fall einen Obolus, der es Musikerinnen und Musikern erlaubt, von ihrer Arbeit – und das ist es – auch zu leben. Auch gut zu leben, meinetwegen.

Die Zeiten der überaus materialistischen Sicht, welche die Fabel von der geigenden Grille und den fleißigen Ameisen predigt, sind hoffentlich für immer gegessen. Auch wenn Grille wie Künstlerinnen und Künstler eher immaterielle Werte schaffen – wie oft geben sie uns mit ihrer Musik die Kraft für das plagenreiche Tagwerk. Wir müssen die Musik schützen und stützen.

Die Möglichkeiten, unseren Beitrag zu leisten, Verantwortung zu übernehmen, stehen vielleicht noch am Anfang, aber es zeichnen sich bereits mögliche Formen ab. Stichwort „Crowdfunding“. Getreu dem Motto, dass Kleinvieh auch Mist macht, suchen Musikerinnen und Musiker, junge Bands ohne vertragliche Bindung an Plattenlabel und Musikverlage mit der Online-Spendenbüchse nach Finanziers. Hier geht es nicht ums große Geld, sondern um Starhilfe. Viele Leute, Fans und Liebhaber kleiner, feiner Musikprojekte ermöglichen durch ihre Zahlung, dass Kosten für Studio, Instrumente, Gestaltung und Pressen von CDs zusammenkommen. Das erlaubt vielen Künstlern überhaupt erst, sich im Konzert der Kolleginnen und Kollegen einzureihen, sich dem Wettbewerb um Fans und Liebhaber zu stellen. Und es gibt Resultate. Der eine oder andere Diamant im Schlamm der Unterhaltung konnte so schon zutage gefördert werden.  

Und wir müssen uns von der Erwartungshaltung verabschieden, dass alles schon gut würde, wenn es nur gerecht zugeht. Auch 2026 wird Musik nicht nur aus sozialkritischen Balladen und rebellischer „Fuck the System“-Attitüde bestehen. Zum Glück. Das Lied zum ersten Kuss, das Lied zur Hochzeit, den (vorher) ausgesuchten Song zur eigenen Beerdigung, der Soundtrack zum Sonnenuntergang – all das soll und wird weiterbestehen.

Aber ein Lied zur Lage in Griechenland erhielte dann vielleicht die Aufmerksamkeit, die es verdient.

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